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Liturgisches
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Verschiedene Gebete | Teil 5            
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Geschwister
Alle, die dich
Vater nennen, sind Brüder -
der Arbeiter vom
Bosporus, der Student aus Ghana,
der Praktikant
aus Pakistan - meine Brüder.
Meine Schwestern
sind die Mütter von Sizilien
und die Frauen
aus Andalusien.
Aber ich?
Stehe ich zu
ihnen wie zu Bruder und Schwester?
Bin ich bereit,
ihnen auf gleicher Ebene zu begegnen?
Was wir
tun, wie wir sind,
erscheint uns so
viel vollkommener als alles,
was wir an
unseren Brüdern sehen.
Wenn ich ehrlich
bin, muss ich mich schämen.
Mein Stolz ist
groß.
Gib mir neue
Augen,
Vater,
und ein neues
Herz,
dass ich in
jedem Menschen
dich erkenne
und ihm liebend
diene.
Amen
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Schuldbekenntnis
Hier sind wir, Herr,
versammelt vor dir,
getauft und
geheiligt, so stehen wir hier.
Du hast uns
gerufen, du hast uns erwählt,
zu deiner
Gemeinde hast du uns gezählt.
Herr, erbarme
sich unser.
Du weißt, wir
sind Menschen aus Fleisch und Blut,
mit Fehlern und Schwächen,
halb böse, halb gut.
Nicht
vollkommener sind wir, nicht arm, noch reich,
Gerechte und
Sünder und beides zugleich.
Christus,
erbarme dich unser.
Wir heißen
Christen und sind's doch nicht ganz,
es fehlt uns die
Glut und der göttliche Glanz.
Der Glaube ist
schwach, unser Mut ist klein, und eigentlich sollten wir Liebende sein.
Herr, erbarme
dich unser.
Du kennst und
weißt: wir haben versagt.
Doch du hast den
Schwachen dein Heil zugesagt.
So richte uns
auf, du Gott, der befreit,
denn dein ist
die Kraft und die Herrlichkeit.
Lothar Zenetti
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Ich will
bereit sein
Herr, ein
anderes ist's,
in guter Stunde
zu sprechen:
"Ich bin
bereit zu allem, was Gott will",
ein anderes,
auch wirklich
bereit zu sein,
wenn das Kreuz
kommt.
Da ist das Herz oft
schlaff und furchtsam,
und alle gute
Bereitschaft ist vergessen.
So hilf mit,
fest zu stehen, wenn es gilt.
Vielleicht ist
das Kreuz schon da oder ganz nahe.
Es mag kommen,
wann immer:
Ich will bereit
sein.
Mach mich stark
und großmütig,
dass ich nicht
jammere
und mich vor
dem, was sein muss, nicht sträube.
Ich will es
tapfer ins Auge fassen
und den Ruf des
Vaters darin erkennen.
Romano Guardini
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Der schmale
Weg
Ich habe gehört,
dass der schmale
Weg zu dir führt, mein Gott.
Aber ich fühle mich
auf dem breiten,
bequemen Weg
wohl.
Ich brauche
meinen ruhigen Schlaf,
mein gutes
Essen,
meine ganze
Sicherheit,
ich brauche mein
Vergnügen,
Unterhaltung und
Abwechslung.
Und ab und zu, o
Gott, brauche ich auch dich.
Ich bin mit aber
auch darüber im klaren,
dass ich dich
nicht konsumieren kann -
zwischen Western
und Pommes frites
und Gran Canaria.
Zeige mir doch,
mein Gott,
dass der schmale
Weg
kein dunkler und
einsamer Weg ist,
sondern ein Weg
der Freude.
Ich möchte es
lernen,
mich so über
dich zu freuen,
dass ich gerne
den Weg zu dir suche.
Rainer Haak
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Sonntag
Dein Tag
Herr und Gott
soll mein Tag
sein
ein Tag der Freiheit und Freude
ein Tag des aufrechten Ganges und der
Würde
ein Tag der neuen Welt
ein Tag des Bundes zwischen Dir und uns
Menschen
Lass
mich aufatmen
mit
allen, die sich zu Dir bekennen
Lass
mich feiern
mit
allen, die leben wollen
Lass
mich teilen
mit
allen, die Du geschaffen hast
Lass
mich Leben empfangen
mit
allen, die dem Tod geweiht sind.
Anton Rotzetter
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Du
schenkst dich uns ganz
Du
hast uns deinen Heiligen Geist gegeben
und
uns versiegelt,
dass
wir dein unantastbares Eigentum seien.
Und
nur du selbst
wirst
dieses Siegel einmal brechen in den Ewigkeiten
zum
vollkommenen Einssein mit dir.
Du
lässt uns nicht verzagen
in
der Armut unseres kleinen Lebens.
Du
machst aus dem Geringsten dein göttliches Feuer,
und
den glimmenden Docht weckst du zu hoher Flamme.
Du
bewahrst uns,
dass
die Nacht des Bösen keine Macht an uns finde.
Du
schenkst uns nicht nur die Gaben,
du
schenkst dich uns ganz durch den Heiligen Geist.
So
hast du den Strom der Liebe,
der
Freude und des Gehorsams
hineingetragen
in die Welt durch die Deinen,
und
Herz um Herz wird durch deinen Geist aufgetan.
Wir
preisen dich, heiliger dreieiniger Gott.
Hanna Hümmer
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In
Freiheit, doch auf Bewährung
Vater
im Himmel,
ich
weiß, ich bin noch nicht am Ziel,
ich
bin unterwegs -
in
Freiheit, doch auf Bewährung.
Unterwegs
bin ich herausgefordert,
ermüdbar
durch die Routine des Gleichschritts,
anfällig
dafür, es mir bequem zu machen,
ablenkbar
durch eigene Wege,
verführbar
durch eigene Wünsche
und
Sehnsüchte.
Schenke
mir,
dass
ich in den Herausforderungen wachse.
Mach
mich beständig,
dass
ich das einmal gesteckte Ziel
nicht
aus den Augen lasse.
Mache
mich aber auch offen und willig,
Neues
zu wagen.
Hilf
mir,
dass
ich dein Rufen nicht überhöre,
aber
auch dein Schweigen aushalten kann.
Dir möchte ich
meinen Weg anvertrauen. Amen.
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Im
Ringen um Verzeihenkönnen
Diesem
Menschen vergeben,
nein,
Herr, das vermag ich nicht.
Zu
schwer trage ich an der Zerstörung,
die
er angerichtet hat in mir.
Nie
wird er mich um Verzeihung bitten
in
seiner Selbstgerechtigkeit.
Ich
bin nicht nur zornig,
nein,
ich hasse ihn.
Was
er mir angetan hat, ist unverzeihlich.
Im
Grunde meines Herzens weiß ich,
dass
ich mit meiner Unversöhnlichkeit
den
Schaden nur noch größer mache,
denn
Hass vergiftet die Seele.
Wo
der Hass wohnt, kann der Geist nicht sein.
Herr,
ich bitte dich,
befreie
mich von der Unfähigkeit zu vergeben.
Mach
mich bereit und fähig zu sehen,
dass
das Böse auch in meinem Herzen wohnt
und
dass wir alle davon leben,
dass
du uns immer wieder
einen
neuen Anfang schenkst.
Sabine Naegeli
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Gebet
mit Hochzeitsleuten
O
Herr, wir danken dir,
dass
es immer noch Menschen gibt,
die
die Stationen
des
Suchens und Findens,
der
Erkenntnis und der Entscheidung,
des
Annehmens und des Einandergehörens
vor
dir beschließen.
Nun
kommen sie zum Traualtar.
Sie
wollen dein Wort
zum
gemeinsamen Leben hören.
Sie
wollen beide
mir
dir zusammen einander wahrnehmen,
bis
der Tod sie scheidet.
So
trauen wir dir, Herr, zu,
dass
du diese beiden begleitest,
weil
sie ja dich wollten,
weil
sie dich baten, bei ihnen zu bleiben.
Das
wissen sie: Das gemeinsame Leben,
ungeteilt
und ungeschieden,
ist
nur möglich, wenn du bleibst.
Heinrich Giesen
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